Bauministerkonferenz beschließt mehr Klimaschutz

Nachhaltig und kostensparend; so soll es sein, das Gebäude der Zukunft. Doch der Weg dahin ist steinig und umstritten. Hohe Hindernisse und weite Umwege machen den Fortschritt darauf zur Schnecke. Nun wollen die Bauministerinnen und Bauminister der Länder (BMK) einen Durchbruch schaffen und Ergebnisse des Wohngipfels von 2018 umsetzen. Bei ihrer Herbstkonferenz Ende September 2019 haben sie nach eigener Einschätzung richtungweisende Beschlüsse gefasst, die Bauen kostengünstiger und klimafreundlicher machen sollen.

Bundesweit soll das Bauen mit Holz in höheren Gebäuden einfacher und die Musterbauordnung (MBO) entsprechend angepasst werden. Wird dieser Beschluss Realität, darf künftig nach MBO Holz als Baustoff für hochfeuerhemmende oder feuerbeständige Bauteile eingesetzt werden. Unklar bleibt weiterhin, welche Länder diese Vorgabe wann und wie in ihren Landesbauordnungen (LBO) umsetzen werden.

Anpassungen in der MBO

Viereinhalb Jahre nach der erfolgten Liberalisierung des Holzbaus in der LBO Baden-Württemberg und fast ein halbes Jahr nachdem mit Bremen das sechste Bundesland aus der breiten Phalanx der „Holzbaubehinderer“ ausgebrochen ist, besinnt sich die BMK auf die Herausforderung, kostengünstiges Bauen sowie die erforderlichen Sicherheit der Nutzer unter einen Hut zu bringen. Dabei soll nun zusätzlich die Umwelt und das Klima so weit wie möglich geschont werden.

So gerät das „Bauen mit Holz“ als Königsweg in den Fokus aller Bundesländer. Es reift nun bundesweit die Erkenntnis, dass Holz bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung ein besonders umweltschonender und klimaverträglicher Baustoff ist, mit dem vielfältige Bauaufgaben gut und kostengünstig gelöst werden können.

Natürlich müssen den ambitionierten Beschlüssen der zwar hochrangig besetzten, aber trotzdem nahezu machtlosen Konferenz Taten in den Ländern folgen. Dort sind die beschlossenen Anpassungen der MBO tatsächlich in der jeweiligen LBO umzusetzen. Allzu oft erweisen sich jedoch die Vorgaben der MBO als „Muster ohne Wert“ und einheitliche Regelungen scheitern an landesspezifischen Vorlieben und Widerständen.

Vereinheitlichung der LBO

Der Vorstoß der BMK für kostenoptimiertes umweltschonendes Bauen ohne Kompromisse bei Sicherheit und Brandschutz darf nicht ins Leere laufen. Der Anpassung aller LBO in punkto Nachhaltigkeit und Energieeinsparung muss die seit langem von vielen Akteuren im Baugeschehen – u.a. von der Bundesvereinigung Fachplaner und Sachverständige im vorbeugenden Brandschutz (BFSB) – geforderte grundsätzliche Vereinheitlichung der LBO folgen. Ein einfaches, handhabbares und verständliches Bauordnungsrecht war ein weiteres Ziel des o.g. Wohngipfels. Es ist an der Zeit für ein solches zu sorgen; damit der Fortschritt beim Bauen keine Schnecke bleibt.

Abbildung: Bundesweit soll das Bauen mit Holz in höheren Gebäuden vereinfacht und die MBO entsprechend angepasst werden: Holzbau in der Lynarstraße in Berlin (Foto: SCHÄFERWENNINGERPROJEKT GmbH)

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