Kompetenz statt Obrigkeit

Sichere Gebäude durch Zusammenarbeit und Sachverstand

Wir wollen nur bauen! Wir wollen in Dresden keine Juwelen stehlen und in Berlin keine vaterländischen Verdienstorden. Manchmal entsteht jedoch der Eindruck, dass die Schlösser und Ketten, die das Bauen verhindern, schwerer zu knacken sind als jene in Museen oder Galerien. Machtdemonstrationen von Behörden und ein immer dichter geknüpftes Regelwerk verhindern genau das, was sie vermeintlich schaffen sollen – und was am dringendsten benötigt wird: sichere und nachhaltige Gebäude mit intelligentem und ganzheitlichem Brandschutz.

Entbürokratisierung und Verwaltungsverschlankung

Nach beinahe zwei Jahrzehnten Entbürokratisierung und Verwaltungsverschlankung führt der Weg derzeit zurück in den Obrigkeitsstaat, der alles Tun und alles Regen von oben verordnen will. Gleichzeit entspringen der Ängstlichkeit, der Unwissenheit oder dem Kompetenzgerangel bei Bauaufsichtsbehörden oder Feuerwehrdienststellen zunehmend rechtswidrige Entscheidungen, die sich angesichts einer überforderten Verwaltungsgerichtsbarkeit kaum berichtigen lassen. Für Bauherren und Projektentwickler ist das nicht nachvollziehbar. Schnell wird es Architekten oder Fachplanern als Mangel in der Planung oder der Koordination angekreidet.

Einheitliches Verordnungswerk

In über 300 Seiten MVV-TB [1] hat das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) versucht, die Listen von Baubestimmungen und Bauregeln zusammenzufassen und den Ländern ein einheitliches Verordnungswerk an die Hand zu geben. Der Versuch ist kläglich gescheitert. Nicht nur, dass die Einführung dieser Regeln in den Ländern ungeregelt, sukzessive oder noch gar nicht erfolgt ist (Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Schleswig-Holstein), nimmt jedes Land für sich in Anspruch, darin Änderungen vorzunehmen oder Erweiterungen und Anhänge zu generieren, die lokale Besonderheiten plötzlich in den Rang von Verordnungen erheben.

So werkeln sich bundesweit tätige Bauherrn, Architekten, Ingenieure oder Fachplaner durch weitere über 5.000 Seiten Verordnungen und Regeln, eine Aufgabe die jeder mittelmäßig programmierte Algorithmus eines Computers viel besser bewältigen könnte. Zusätzlich müssen sie alle jene Behörden und Prüfämter von ihren Plänen und Ideen überzeugen, die lieber stumpf Gesetzestexte auslegen, als selbständiges verantwortungsvolles Denken und Handeln zuzulassen.

Einheitliche Ausbildung und Zulassung

Die Bundesvereinigung Fachplaner und Sachverständigen für vorbeugenden Brandschutz (BFSB) setzt dagegen seit fast 15 Jahren auf eine fachgerechte und umfassende Ausbildung im vorbeugenden Brandschutz, die unsere Mitglieder als Aufnahmevoraussetzung nachweisen müssen. Diese erworbene Kompetenz im Brandschutz muss von Politik und Behörden gewürdigt werden. Dazu können nur bundeseinheitliche Regelungen in den Bauordnungen beitragen, welche die erforderliche Qualifizierung z.B. der Ersteller von Brandschutznachweisen sicherstellen. Nur durch die Zusammenarbeit und den Sachverstand gut ausgebildeter Architekten und Fachplaner lässt sich das Ziel erreichen, zukunftsfähig, wirtschaftlich und sicher zu bauen.

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