Hochhausleitbild für Berlin

Qualität – Kompensation – Partizipation

Fragestellungen des DIvB und der BFSB zum Rückfragenkolloquium

Baurechtliche Themen bzw. Themen hinsichtlich der Gebäudesicherheit und des Brandschutzes werden im Entwurf „Hochhausleitbild für Berlin“ nur am Rande behandelt. Dem Grundgedanken des Leitbildes, Hochhäuser mit „hoher städtebaulicher Qualität und innovativen Nutzungskonzepten“, mit „Mehrwerten für das Umfeld und die Allgemeinheit“ zu schaffen und einen „partizipativen, qualitätssichernden Planungsprozess“ anzustreben, stehen derzeit erhebliche baurechtliche Hindernisse im Weg (z.B. aktuelle Hochhausrichtlinie). Da notwenige Diskussionsprozesse, die zu einer durchdachten und gesellschaftlich vertretbaren Veränderung des Baurechts führen sollen, erfahrungsgemäß lange Zeit in Anspruch nehmen, sollte auch diese im Leitbild aufgeführt und angestoßen werden.

Leitbild 5.3.1 zu „Nachhaltigkeit“:

Nachhaltig Bauen bedeutet Berücksichtigung der grauen Energie. Für die „Verwendung ökologischer Baustoffe“ (Holz) sind neue gesetzliche Initiativen erforderlich. (Hochhausrichtlinie, Bauteile aus Holz über die Hochhausgrenze hinweg, Holzfassaden).

Frage: Ist an eine entsprechende Anpassung der baurechtlichen Grundlagen (Hochhausrichtlinie) gedacht?

Leitbild 5.3.2 zu „Multifunktionalität“:

Rettungswege berücksichtigen, insbesondere für kulturelle Einrichtungen, soziale Infrastruktur bei Wohnhochhäusern und öffentlich zugängliche Nutzungsangebote auf dem Dach.

Frage: Sind die zusätzlich erforderlichen Flächen für ggf. weitere Rettungswege in der Kosten-/Nutzenanalyse zur „Multifunktionalität“ berücksichtigt?

Leitbild 1.4. zu „Hohen Herstellungs- und Betriebskosten“:

Die besonderen technischen Anforderungen an Brandschutz usw. führen zu höheren Herstellungskosten. Mit zunehmender Gebäudehöhe steigen im Hochhausbau zudem die Brandschutzanforderungen.

Frage: Spielen Überlegungen zu einer Optimierung des Einsatzes kostenintensiver anlagentechnischer Vorschriften zum Brandschutz bei der Gestaltung der baurechtlichen Rahmenbedingungen ein Rolle?

(Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin)

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